Der Leutascherhof: Tut mir gut!

Leutasch ist nichts Geringeres als eine majestätische Landschaft aus Wiesen und Gebirgsausläufern, die sich in einem 16 Kilometer langen Tal erstrecken. Der Naturpark ist das größte unbewohnte Gebiet Europas und stellt wichtige Lebensräume für seltene, wild lebende Tiere wie Adler, Geier und Bären dar. Folglich ist es nicht überraschend, daß Leutasch Menschen anzieht, die authentische Momente in der Natur schätzen und genießen und sich wünschen sich einfach gut zu fühlen und entspannen zu können.

Mit 6 Monaten Schnee im Jahr ist Leutasch ein wichtiges Langlauf-Gebiet und zur Heimat der prestigevollsten Events der Welt geworden: Zwei Olympische Winter-Spiele und die bevorstehenden 1. Olympische Jugend-Winterspiele (13. – 22. Januar 2012). Selbstverständlich ist es eine sehr intensive touristische Region mit einer eindrucksvollen Anzahl von 46 4-Sterne-Hotels, die mehr oder weniger dasselbe anbieten.
Oder etwa nicht? Selbstverständlich nicht! Es gibt eines von ihnen, das nicht nur von der Landschaft profitiert, sondern auch versucht, etwas zurück zu geben: das Bio-Hotel Leutascherhof.

Seit 1993 im Besitz Familie Wandl und seit 2008 als Biohotel 100% zertifiziert, arbeitet der Leutascher Hof mit einer Vision, die ein Leuchtfeuer der lokalen Nachhaltigkeit darstellt. Besonders überzeugend hier ist die Küche, die täglich mit einem klaren Ziel kocht: immer mit regionalen und saisonalen Produkten leichte und gesunde Gerichte zu servieren. Alles selbstgemacht, kein “Convenience”, keine Mikrowelle, und vor allem Bio… aber keine Bio-Industrie.

Alle Produkte werden hier von den Kleinbauern aus der Region geliefert, jeder mit seinem individuellen Produkt. Dies ist eine Beziehung, die auf Vertrauen basiert und das volle Wissen-Spektrum der lokalen Kochkunst umspannt: Von der Ausgewogenheit des Geschmacks und der Nährstoffe, bis zum Wissen darüber, wie jedes einzelne Tier gefüttert wird. Dies ist nicht schwierig, da wichtige Lebensmittel wie Eier, Brot, Lamm-, Kalbs-, und Rindfleisch, Milch und Kartoffeln von Erzeugern kommen, die nicht mehr als 5 Kilometer vom Leutascher Hof entfernt liegen. Wenn es nicht möglich ist, die Produkte vor Ort zu kaufen, dann muss es mindestens Fair Trade sein, wie z.B. der wohlriechende Maya-Kaffee aus Mexiko.

Der Leutascher Hof ist nicht nur ein Bio-Hotel, sondern auch ein Wanderhotel. Mit geführten Wanderungen auf sorgfältig ausgewählten Wegen durch das Tal und die umliegenden Gebirgswälder haben Gäste hier die Gelegenheit, an ihre Grenzen zu gehen. Aber auch aktive Gäste haben das Recht zum Entspannen. Überhaupt kein Problem! Der Leutascher Hof ist sehr stolz auf seinen ausgezeichneten Wellnessbereich und die zwei Massage- und Kosmetik-Räume. Nicht verpassen: das Kräuterdampfbad, das eine Panorama-Ausicht auf die Alpen bietet!

Qualität! Aber vor allem eine Vision: Das ganze Leutasch eine Bio-Tal zu machen! Ich bin dabei…

 

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Jetzt schalt doch endlich mal ab!

Sauna und Badehaus
Die Sauna aus einem etwas anderen Blickwinkel, könnte auch ein Bauernhaus in Schweden sein…

Gut Stellshagen ist natürlich nicht nur eine bloße Ruheoase, neben dem an sich schon beeindruckenden Park und der Mecklenburger Landschaft, fehlen auch Sauna ein toller Schwimmteich (wobei das Wetter leider nicht zum Schwimmen einlud). Natürlich gibt es auch ein Tagungszentrum mit Veranstaltungsräumen. Während es mit dem “Tao Gesundheitszentrum” ein ganz neues Gebäude, das Ruheraum, Meditationsraum und eine Anzahl von verschiedenen Behandlungen und Angeboten bietet, die ich hier gar nicht alle aufzählen kann, wer sich dafür interessiert kann sich hier weiter informieren. Was auf jeden Fall erwähnenswert ist, ist das in den verschiedenen Einrichtungen Cafes gibt, die durch  verschiedene Angebote an Tees, Fruchtcocktails mit den Einrichtungen harmonieren. Continue reading

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…natürlich in Grafenast, wo Natur auf Kultur trifft!

Das Highlight meines letztes Abends in Wien war ein ausgezeichnetes Abendessen auf der Donau, bevor einer von Wiens berühmten Studenten-Partys und schlussendlich einem Spaziergang durch die für mich musikalische Hauptstadt Europas. Das Aufstehen nach gerade einmal zweieinhalb Stunden Schlaf, war dafür aber sehr hart… Die Fahrt von Wien nach Schwaz ist eine gute 5-stündige Reise, auf der ich das Vergnügen hatte, eine Mitfahrgelegenheit bei Kochautorin Angelika Deutsch zu bekommen. Interessante Diskussionen über die Vergangenheit, das Gegenwart, die Zukunft… und dies alles mit dem Blick auf die zuerst weiten Landschaften und die folgenden herrlichen Berge.
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Eine nicht ganz so ruhige Oase

Nach Homepagestudie und Suchen auf der Landkarte stelle ich mir das Gutshaus Stellshagen so als Sanktuarium fürs Seelenheil vor. Schon die Zugfahrt dorthin entschleunigt, nach dem lauten chaotischen Hamburger Hauptbahnhof nach Lübeck und dann in den Regionalexpress durchs Mecklenburgische. Abgeholt wird man dann vom Bahnhof Grevesmühlen vom Hotelbus (mit dem ich dann erstmal nach Boltenhagen fahre um Hotelgäste die an der Ostsee waren abzuholen). Die Ankunft ist dann erstmal entspannt, die Rezeption gleicht so ein bisschen einer Mischung aus Wohnzimmer und Büro, ausgestattet mit Möbeln, die einen daran erinnern, dass das Hotel in einem alten Gutshaus liegt. Continue reading

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Wie kommen die Löcher in den Bauch?

… wie sie in den Käse kommen ist klar. Bakterien produzieren neben Geschmack auch Gase, die den Käse mehr oder weniger aufblähen. Wie die Löcher in den Bauch von Heinz Kern, dem Gastgeber vom Ucliva, kommen ist auch schnell erklärt. Heinz ist zwar in Brasilien aufgewachsen (sein Vater ist Schweizer), hat aber nach den Teenagerjahren die Gastronomieschule in der Schweiz besucht und sich nach mehreren Stationen sesshaft gemacht. Brasilien. Da frage ich ihm natürlich Löcher in den Bauch. Gentechnik, Sojaexporte, Mitspracherechte der indigenen Bevölkerung, Abholzung vom Regenwald,… Bestätigt werde ich von Heinz in meinem Ansatz, dass wir mit unserem Konsum- und Ernährungsverhalten und mit jedem Bissen täglich entscheiden, wie sich unsere Kulturlandschaft entwickelt. Ob sie schön und vielfältig bleibt, ob eine intensiv bewirtschaftete Monokultur die Wiesen und Äcker verunstaltet, oder ob gar für den Export von Futtermittel (Soja, teilweise gentechnisch verändert) einzigartiger Regenwald abgeholzt wird. Heinz ist ganz auf meiner Linie und fügt hinzu, dass wir generell die Probleme immer an der Wurzel anpacken sollen.

Bevor ich mich entscheide, die regionalen Schweizer Spezialitäten zu verkosten, machen wir noch eine Tour zu den Lieferanten vom Hotel. Bäcker, Käser, Biobauer, alles dabei, was das Herz begehrt. Je mehr wir über die Lebensmittel reden, desto mehr läuft mir das Wasser im Munde zusammen und nun merke ich schon, wie bei mir die Löcher im Bauch entstehen. Wenn von Gipfeli, Weggli oder Brötli, die unter anderem „Znüni“ oder „Zvieri“ (Zwischenmahlzeit oder Jause um 09:00 oder 04:00) verspeist wird ruft das mitunter Hunger und ob der netten Aussprache auch Schmunzeln hervor. Das Innenleben der Backwaren besteht übrigens in der Regel aus Weizen und/oder Roggen und Hefe. Roggen wird leider nur mehr ganz selten bis gar nicht in den höheren Lagen angebaut (als Folge einer Subventionspolitik für Grünland), könnte allerdings schon auf bis zu 1400 Meter gedeihen (einige Sorten sind ziemlich frostresistent und vertragen sogar Temperaturen bis -25Grad). Ein kräftiges Schwarzbrot aus Sauerteig sucht man übrigens vergebens, die Schweizer finden dies geschmacklich eher uninteressant und essen es daher auch nicht. Dafür aber Original Müsli (entdeckt vom Herrn Bircher bei einer Alpenwanderung), der Inbegriff von Saisonalität. Traditionell sind Haferflocken, Milch, Rahm und eben nur die Früchte oder Nüsse der Saison drin.

Das Tüpfelchen auf dem „i“ sind aber die Capuns, die im Hotel Ucliva unbedingt probiert werden müssen. Wer nun nicht die Zeit hat, nach Graubünden zu reisen (wäre wirklich schade, nicht nur wegen dem Essen), dem empfehle ich das Kochbuch der Bio-Hotels, da sind nämlich die Capuns nochmals genau beschrieben. Ich habe also die Spätzle die ummantelt waren von blanchierten Mangoldblätter regelrecht verschlungen (nix “Slow Food” sprich langsam essen, aber selbst schuld, wenn sie (die Spätzle) sich in einer solch geschmacklichen Intensität präsentieren), dazu noch Bündnerfleisch und Käse. Puh, was will man mehr. Ja genau, der Käse: Ob puristisch gleich vom Holzbrett vertilgen, oder raffinierter als Raclette oder so richtig dekadent und üppig als Fondue. Da kann man schon mal versinken (auch wenn das Brotstück auf der Gabel oben bleibt, vgl. Gaius Infarctus im Band 16/Asterix bei den Schweizern). Die Getränke haben es aber auch in sich, so auch der Kirsch, der ist jedoch brandgefährlich und wirklich nur Erfahrenen und Eingeweihten zu empfehlen. Lieber ein Bier, wenn man weiß, von wem es kommt (siehe Biolandwirtschaft ist sexy), oder aber auch Weine. Falls aber dann ein Pinot Noir im Glas in der Farbe Weiß mit einer zart Rosa-Schattierung erscheint, liegt es mitunter nicht am Kirsch, sondern daran dass der Wein aus roten Trauben nur kurz auf der Maische liegen bleibt. Um die Verwirrung komplett zu machen, wird dieser Wein noch dazu Federweisser genannt. Irritierend insofern, da in Deutschland darunter Traubenmost (aus weißen Trauben), dessen Gärung gerade begonnen hat, verstanden wird.

Ich verstehe sowieso nur Bahnhof, seitdem ich auf der Biodyssey unterwegs bin, stimme mich auf die Zugfahrt nach Österreich ein und lasse die ganze Reise nochmals Revue passieren, genehmige mir zum krönenden Abschluss ein famoses Bioschluckerl und freue mich auf weitere 10 Jahre Biohotels.

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Slow Food bei Bio zu Gast

Kochkurs mit Hotelchef Gerhard Tauber im Bio-Vital-Hotel Tauber’s

Mit Schürze, Küchentuch und Kochkurs-Broschüre ausgerüstet geht’s in die Bio-Küche. Die Broschüre enthält Rezepte aus Südtirols Bio-Küche.

Die geheimen Rezepte werden normalerweise nur Hotelgästen preisgegeben, doch Gerd Tauber macht für uns eine Ausnahme. Er verrät uns das Rezept für seine Hirsebratlinge, ein typisches Gericht für Tauber’s Bio-Vital-Hotel.

Hirsebratlinge

Ca. 12 Stück

Zutaten:

160 gr.                   Hirse
400 ml.    Gemüsebrühe
40 gr.       Haselnüsse
150 gr.                     Tofu
2                         Eie
100 gr.                 Lauch
30 gr.               Butter
1         Knoblauchzehe
100 gr.  Sesamsamen (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne)

Zubereitung

Knoblauch, Lauch, Tofu und Haselnüsse sehr klein schneiden/zerhacken. In wenig Butter anbraten. Nur nicht zu lange! Hirse erst warm und dann kalt waschen und zum Lauch und Tofu dazugeben. Kurz andünsten. 400 ml Gemüsebrühe dazugeben und 5-10 Minuten kochen. Nach dem Kochen 10 Minuten nachquellen lassen. Jetzt die zwei Eier, Kräuter und die Gewürze unterrühren. Aus diesem Brei werden die Bratlinge geformt. In der Pfanne goldgelb von beiden Seiten backen.

 

Hirse kennen die meisten nur als Vogelfutter. So habe ich bei Gerhard Tauber genauer nachgefragt und wollte wissen, was Hirse eigentlich ist.

„Hirse:

Glutenfreies Getreide. Sorten Rispenhirse (Speisehirse) und Kolbenhirse (Verwendung als Vogelfutter). Enthält die Vitamine B1, B2, A und C weiter Calcium, Kalium, Magnesium, Kieselsäure, Natrium, Fluor und Eisen. Ist fett- und eiweißreich und neben Hafer das Getreide mit dem höchsten ernährungsphysiologischen Wert. Die Nährstoffe sind im ganzen Korn enthalten und konzentrieren sich nicht nur auf die äußeren Schichten.

Hirse zählt in Nordafrika und Asien heute noch zu den wichtigsten Getreidearten in der menschlichen Ernährung. Das gelbe Korn hat bei uns allgemein eine geringe Bedeutung als Nahrungsmittel – es ist meist als Vogelfutter im Supermarkt zu finden. In der Vollwerternährung wird Hirse als hochwertiges Getreide geschätzt.“ (Infos aus Tauber’s Bio-Vital-Hotel)

Gestern war es das Latschenkiefernritual und heute sind es die Kochtipps von Gerhard, die mich beeindrucken. Tauber’s Bio-Vital-Hotel hat viele neue und spannende Überraschungen auf Lager.

Beim Kochen bemerke ich sofort, dass nicht nur Bio, sondern auch die Philosophie von Slow Food eine große Rolle spielt. „Gut, Sauber und Fair“ ist hier deutlich erkennbar.

Für Slow Food-Freund Gerhard Tauber ist die regionale Herkunft seiner Produkte sehr wichtig. „Wir bekommen frische Kuhmilch vom „Kahlerbauern“, Almbutter bringt der „Michl“ und Topfen gibt’s von der „Lippenbäuerin“. Die pflückfrischen Kräuter, Beeren und Salate sind aus unserem eigenen Blumen-, Gemüse- und Kräuter- Garten.“, berichtet mir Gerd Tauber, der uns gerade zeigt, wie seine „Bio Vinschger“ zubereitet werden.

Alles in allem: „Gut, Sauber und Fair“.

Von Gesprächen übers Kochen und Slow Food kommen wir auf die baubiologische Bauweise des Hotels.

Das „große Einfamilienhaus“, wie Gerhard sein Hotel bezeichnet, ist umweltverträglich und ressourcenschonend gebaut. Mit Freude berichtet er mir: „Wir wollten so viel Natur wie möglich in unser Haus hinein bringen und haben für alles eine schlaue Natur entlastende Lösung gefunden. Geheizt wird mit Hackschnitzeln und die Vollholzmöbel in den Zimmern wurden von „Team 7“ zusammen geschreinert, geölt und sorgfältig gewachst.

Die Einfachheit und doch Perfektion im Detail, auf eine kunstvolle Art und Weise der liebevoll gestalteten Einrichtung gibt mir ein Gefühl von Geborgenheit und Wärme. Es bietet dem Gast Komfort und Behaglichkeit.

Als ich mit gepackten Koffern zur Abreise bereitstand, wurde ich von der gesamten Familie Tauber mit einer Herzlichkeit verabschiedet, dass ich meine Koffer am liebsten wieder ausgepackt hätte und dort geblieben wäre.

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Das „Latschenkiefer-Ritual“ – Wiedergeburt einer alpinen Tradition

Auf dem Pustertaler Radweg, radelt die Bioradtruppe mit Gerhard Tauber, dem Mann hinter Tauber’s Bio-Vital-Hotel nach St. Sigmund. Entlang der Eisenbahntrasse geht es bergauf, bergab ins Pustertal.

Im Hotel angekommen sollte uns Bioradlern eine große Überraschung bevorstehen.

Das Rad in der Garage abgestellt, geht es gleich ins Zimmer und von dort direkt, mit Bademantel umhüllt, in den Relax-Bereich „Alpinea“. (Alpinea ist die Wellnessanlage des Hotels).

Als Vorbereitung auf das große Highlight bekommen wir vom Hotelchef Gerhard Tauber einen Tee serviert, der zum Schwitzen anregen soll. Ein leichter Vorgeschmack also.

Wir werden gleich mit dem Ritual beginnen“ meint Herr Tauber. Wir sieben Bioradler schauen uns gespannt an. In den Gesichtern der anderen ist deutlich Vorfreude und Aufregung zu sehen und mein Gesicht sagt mit Sicherheit genau dasselbe aus.

Mit angenehm ruhiger Stimme sagt Gerhard: „Wir warten jetzt nur noch auf den Bauern, der mit einem kleinen Traktor vorfahren wird. Ich werde dann alles vorbereiten und euch zuwinken. Wenn ich mit den Händen das Zeichen gebe, könnt ihr kommen. Einer nach dem anderen.

Die Spannung steigt. Gerhard Tauber verlässt den Wellnessbereich und meinte vorher, das Ritual sei so intensiv wie zwei Saunagänge in einem. Wenn wir nicht mehr könnten, sollten wir uns früh genug melden und langsam aufstehen.
Was steht uns da nur bevor? Ich muss gestehen, leichte Unsicherheit steigt in mir hoch.

Gerhard winkt. Ich verlasse als Erster den Raum.

In ein Leinentuch gehüllt streife ich durch ein Latschenfeld.
Angenehm warm lächelt mir die Sonne ins Gesicht. Der wohltuende Duft der Latschenkiefer dringt in meine Nase ein. Er gelangt durch die Bronchien bis tief in meine Lunge. Dort lässt der herrlich, süßlich angehauchte Duft Freude und Zufriedenheit in mir aufsteigen. Ich fühle mich frei, wie die Vögel über mir, die am Himmel ihre Kreise ziehen. Da liege ich nun, eingebettet im Latschenkieferfeld. Sorgenlos.

Plötzlich höre ich eine leise, sanfte Stimme, die mir ins Ohr flüstert. „Ist alles in Ordnung? Möchtest du noch eine leichte Abkühlung?“ Gerhard Tauber holt mich aus meinen Träumen.

Ich liege auf einem Bett aus 1500 kg destillierter Latschenkiefernadeln: frisch aus dem Ofen der nahe gelegenen Bio-Latschenbrennerei. 70 Grad heiße, stark duftende Latschennadeln bedecken mich mit einer 25 cm dicken Schicht. Nach 20 Minuten träumen holt mich Herr Tauber aus dem Latschenbett. Ein Rundgang durch den „Garten der vier Elemente“ und ein Sprung ins kühle Nass lassen mich zurück in die Realität kommen.

Im Ruheraum der „Alpinea“ bekommen wir ein eigens für uns kreiertes „alpine healtcare“ Getränk serviert. Eine Mischung aus Alpenäpfel, Hagebutten und Latschen. Es braucht jetzt wirklich was zum Trinken. Zwei Saunagänge in einem, das stimmt! Man schwitzt dabei wirklich doppelt.

Die kühlende Arnika-Latscheneinreibung schließt das Latschenkieferritual ab. Claudia, die nette, junge Wellnessfachfrau berichtet mir dabei, dass die Latschenkiefer eine positive Wirkung auf die Haut und Schleimhäute haben. Durch die eingeatmeten Aromen wird auch der gesamte Körper entgiftet. Kurz gesagt, eine wohltuende Reinigung des Körpers.

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Die Bio-Schlutzkrapfen aus Auer/Ora

Rezept aus dem Bio-Hotel Kaufmann

Zusammengestellt von Küchenchef Fabian Terzer

 

Schlutzkrapfen

(Für ca. 10 Portionen)

 

1. Teig

200 g Weizenmehl “0″
300 g Roggenmehl (Vollkorn)
2 ganze Eier
ca. 150 ml Milch, lauwarm
1 EL Samenöl
Salz

2. Füllung

120 g gekochter, ausgepresster und fein gehackter Spinat
100 g gekochte, passierte Kartoffeln
150 g Topfen
50 g gedünstete Zwiebelbrunoise
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
50 g Parmesankäse (oder Grana, Reibkäse…)
1 gehackte Knoblauchzehe

3. Ausgabe

100 g Parmesan (Grana….)
150 g Butter
gehackter Schnittlauch o. Petersilie

Zubereitung:

1. Alle Zutaten für den Teig zu einem Teig kneten

2. Alle Zutaten für die Fülle mischen und abschmecken

3. Nach einer kurzen Ruhezeit im Kühlschrank den Teig dünn austreiben (ca.

1,8 mm), runde Formen (ca. 5 cm Durchmesser) ausstechen, in der Mitte

füllen, von oben nach unten zusammenfalten und die Randstellen festdrücken.

4. Die fertigen Schlutzkrapfen in Salzwasser kochen (ca. 5-6 Minuten), auf

dem Teller anrichten, mit Reibkäse und Schnittlauch bestreuen und mit

schäumender Butter übergießen.

 

Guten Appetit!

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Blättern in der Bletterbachschlucht

Die Bletterbachschlucht. Seit Juni 2009 UNESCO-Weltnaturerbe Dolomiten. Ein offenes Buch vom Geschehen und Leben auf der Erde.

Mit Kletterhelm ausgerüstet geht’s auf gut angelegten Kieselweg hinunter in die Schlucht.
Tief hinab steigen wir.
Über ausgewaschenem Gestein, über Jahrhunderte vom Bletterbach zermahlen und von hoch oben abgetragen, stapfen wir auf dem Geo-Weg die Bletterbachschlucht Stück für Stück bachaufwärts bis zum großen Wasserfall beim Butterloch.

Jahrmillionen der Erdgeschichte durchstreifen wir von Minute zu Minute. Faszinierend zu sehen, wie der Bach sich buchstäblich durchs Gesteine frisst. Hier und da rumpelt es, kleine Steine und Eiszapfen lösen sich links und rechts von den steilen Hängen der Schlucht und der Bletterbach rauscht tosend an uns vorbei.

Unser Tourenführer, der in Innsbruck studiert und als Nebenjob Gruppen durch die Bletterbachschlucht führt, zeigt uns versteinerte Muscheln, Schnecken und Kopffüßer im Gestein. Er erklärt uns, wie die Bletterbachschlucht entstanden ist. Dabei geht es auch um die Entstehung der Dolomiten. Wir erfahren, dass sich der Bletterbach, seit der letzten Eiszeit vor etwa 15.000 Jahren, 400 Meter tief in da Gestein gegraben hat und dabei rund 10 Milliarden Tonnen Gesteinsmaterial in das Etschtal verfrachtet hat.

Kennen Sie den geologischen Aufbau der Dolomitenlandschaft? Können Sie sich vorstellen, wie Sauriespuren in Millionen altes Gestein kommen? Und dass, damals, vor etwa 280-235 Millionen Jahren, warme tropische Meere waren, wo wir heute mit Kletterausrüstung Dreitausender besteigen und am Gipfelkreuz mit einem „Gipfelschnapserl“ den Bergkameraden „Berg Heil“ wünschen?

Wenn Ihr Interesse an der Entstehung der Alpen, im Stein verewigte Fußspuren von Dinosauriern, oder die Millionen alte Geschichte der Erde, geweckt habe, so kann ich nur den wirklich sehr sehenswerten und informativen Ausflug mit einem Besuch im Geomuseum empfehlen.

 

Auer/Ora. 244 m ü.d.M. gelegen, 3537 Einwohner, zwei Sprachgruppen und ein Biohotel. Hier, kurz vor der Sprachgrenze zwischen Deutsch und Italienisch ist die Bevölkerungsstruktur so ausgewogen wie nirgends anders in Südtirol.

Alles ist Zweisprachig. Von der Speisekarte über Infoblätter, bis hin zu den Wandertafeln ist alles in Italienischer und Deutscher Sprache geschrieben. Die einen lesen die Dolomiten, die anderen die Alto Adige.

„Ciao Carlo, come stai, tutto bene? Hoi Sepp, mogsch an Kaffee?“ Fabian Terzer stellt von Deutsch auf Italienisch und umgekehrt um, als würde es eine Sprache sein. Wenn Fabian und Martin Terzer was berichten, passiert das mit vollem Ausdruck. Die Hände wirbeln dann nur so durch die Luft, als wollten sie Windkraft erzeugen. So richtig Italienisch. Mir gefällt’s.

Tag der Abreise. Beim klapperndem hochziehen der Rollos, eröffnet sich mir ein, in aufgehenden Sonnenstrahlen gehülltem, Blick über Auer. Dahinter, die wolkenverhangene Mendel.

Nach dem Frühstuck schlüpfe ich in mein Radtrikot des Bikeclubs „Olmbiker“ und die Fahrt Richtung Bozen und St. Siegmund im Pustertal beginnt.

Auf zur Familie Tauber ins Tauber’s Bio- Vitalhotel.

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„Wo der Wein fließt, da sind gute Menschen nicht weit.“

Runter vom Rad, rein ins Auto und auf zum Weingut Haderburg nach Buchholz bei Salurn. Dort erwartet uns eine Verkostung von Weinen und Sekt. Durch Apfelplantagen, vorbei an Weinbergen, geht es hinauf auf eine kleine Anhöhe. Über dem letzten Dorf Südtirols kamen wir bei einem urigen alten Weingut an.
Das Weingut und die Sektkellerei Haderburg sind im Besitz von Familie Ochsenreiter. Alois Ochsenreiter ist überzeugter Anhänger der biologisch dynamischen Wirtschaftsweise.

„Ciao Pepe, Hoi Franz“ rief Frau Ochsenreiter, die eine Gruppe vor uns eine Weinverkostung mit Führung durch die Keller gab und zur gleichen Zeit einem Italiener Wein verkaufte, sowie uns in Empfang nahm. Wild ging es zu. Nicht nur wegen dem vielen Wein, der floss, sondern auch weil die Weinbäuerin mit vollem Temperament hin und her schoss. Hier noch ein Glas Wein zum Probieren, da eine Kiste Roten verkaufen, noch schnell mal in den Keller um Nachschub an Weißwein zu holen und ja nicht vergessen neuen Käse auf zu schneiden. Die Gäste wurden reichlich verwöhnt. An Wein fehlte es nicht und wir bekamen sogar noch eine Gerstensuppe, weil die Sonne hinter dem Mendelgebirge verschwand und es ziemlich kalt, im Süden Südtirols, wurde.

Beim Sonnenuntergang hoch über dem Südtiroler Unterland, nicht weit von der Grenze zur Region Trentino entfernt, genossen wir Bioradler bei mehreren Gläsern Wein den verdienten Feierabend.

 

Zurück im Hotel ging es gleich wieder ans Essen und Trinken, jedoch mussten wir alle nach der Vorspeise aufgeben. Irgendwann kann man einfach nicht mehr. Mir tat Küchenchef Fabian leid, der sich sehr viel Mühe gab und uns mit Tiroler Spezialitäten wie die Bio-Schlutzkrapfen verwöhnen wollte.

 

Im 3-Sterne-Hotel Bio-Hotel & Residence Kaufmann in Auer stehen Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und das Wohlbefinden der Gäste an erster Stelle.

Martin Terzer und Sohn Fabian versuchen den Gästen ganzheitlichen Komfort und Wohlbefinden zu bieten. Aus diesem Grund haben sie erst vor kurzer Zeit einen Großteil der Zimmer neu gestaltet.

Nun, so berichtet mir Martin Terzer: “mit dem Parkettboden aus Eiche und den Möbeln aus Fichtenholz, wirken die Räume gleich heller und wohnliche.“ Umweltfreundliche Rohstoffe aus möglichst näherer Umgebung war ein großes Kriterium beim Umbau. Holzflächen wurden nicht lackiert, nur geölt.

Die Nachhaltigkeit spielt auch beim Essen eine Rolle. Wegwerfen ist zu schade.

Auch wenn wir am ersten Abend etwas zu viel auf den Tellern hatten und ich sehr ungern Reste zurück lassen musste, waren die Portionen nur gut gemeint. Ich hoffe die Terzer’s haben einen Hund.

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